Vielleicht bist du über einen Begriff wie „Brangelina” gestolpert oder hast dich gefragt, wie Wörter wie „Brunch” oder „Denglisch” eigentlich entstanden sind. Die Antwort: Das sind alles Kofferwörter, neue Wörter, die aus Teilen zweier bestehender Wörter zusammengesetzt werden. Hier erklären wir dir, was genau dahintersteckt und wo dir der Begriff überall begegnet.
Kofferwort – die Definition
Ein Kofferwort (auch Portmanteau-Wort genannt) ist ein neues Wort, das entsteht, wenn Teile von zwei (manchmal auch mehr) bestehenden Wörtern miteinander verschmolzen werden. Der Begriff „Kofferwort” ist dabei selbst ein gutes Beispiel für sich selbst: Er stammt vom französischen „portemanteau” ab, einem Koffer, der mehrere Kleidungsstücke in sich trägt, genau wie ein Kofferwort mehrere Wortbedeutungen in sich vereint.
Kofferwort und Kompositum, wo liegt der Unterschied?
Ein Kompositum ist ein zusammengesetztes Wort, bei dem beide Ausgangswörter vollständig erhalten bleiben, zum Beispiel „Haustür” aus „Haus” und „Tür”. Bei einem Kofferwort dagegen werden nur Teile der Ausgangswörter verwendet, meist der Anfang des einen und das Ende des anderen. Aus „Frühstück” und „Mittagessen” wird so nicht „Frühstückmittagessen”, sondern das kürzere, elegantere „Brunch”.
Bekannte Kofferwörter im Alltag
Kofferwörter sind uns oft so vertraut, dass wir gar nicht mehr merken, dass es sich um Wortneuschöpfungen handelt:
- Brunch aus „Breakfast” und „Lunch”
- Smog aus „Smoke” und „Fog”
- Denglisch aus „Deutsch” und „Englisch”
- Infotainment aus „Information” und „Entertainment”
- Brexit aus „Britain” und „Exit”
- Besserwessi aus „Besserwisser” und „Wessi”
Warum klingen viele moderne Kofferwörter englisch?
Das Englische kennt kaum Flexionsendungen (Wörter verändern sich also kaum, je nachdem, in welchem Satzzusammenhang sie stehen), dadurch lassen sich englische Wortteile leichter und klanglich runder verschmelzen als deutsche. Das ist einer der Gründe, warum Kofferwörter im Englischen häufiger vorkommen und auch im Deutschen oft in ihrer englischen Form übernommen werden, wie bei „Brunch” oder „Infotainment”.
Kofferwörter aus Promi-Paar-Namen
Ein besonders bekanntes Anwendungsgebiet für Kofferwörter sind die Namen prominenter Paare, die von Medien und Fans erfunden werden:
- Brangelina – Brad Pitt und Angelina Jolie
- Bennifer – Ben Affleck und Jennifer Lopez (oder Garner)
- TomKat – Tom Cruise und Katie Holmes
- Kimye – Kim Kardashian und Kanye West
Wie entsteht so ein Paar-Kofferwort?
Meist wird der Anfang des einen Namens mit dem Ende des anderen kombiniert, oder es werden gemeinsame Silben gesucht. Genau dieses Prinzip nutzt auch unser Namen-Kombinierer, nur eben nicht für Promis, sondern für euch: Gebt eure eigenen Namen ein und seht, welches Kofferwort daraus entsteht, sei es als Spitzname für euch als Paar oder als kreative Basis für einen Hochzeits-Hashtag.
Kofferwörter bei Babynamen
Was bei Promi-Paaren als Spitzname entsteht, nutzen viele werdende Eltern ganz bewusst zur Namensfindung für ihr Kind: Sie kombinieren ihre eigenen Vornamen zu einem neuen Namen, der symbolisch für die Verbindung beider Elternteile steht. Anders als bei einem klassischen Vornamen aus einer Namensliste trägt ein solcher Name automatisch eine persönliche Bedeutung in sich.
Ist das rechtlich in Deutschland erlaubt?
Grundsätzlich ja, solange der gewählte Name die allgemeinen Regeln zur Vornamensvergabe erfüllt (er muss zum Beispiel das Geschlecht erkennen lassen und darf das Kindeswohl nicht gefährden). Wenn ihr diesen Ansatz für euer eigenes Kind ausprobieren möchtet, findet ihr in unserem Babynamen-Generator eine Möglichkeit, eure beiden Vornamen zu kombinieren und die Vorschläge direkt zu vergleichen.
Kofferwörter selbst erstellen, worauf kommt es an?
Nicht jede Buchstabenmischung funktioniert gleich gut. Ein gelungenes Kofferwort erfüllt meist drei Kriterien:
- Aussprechbarkeit – das neue Wort sollte sich flüssig sprechen lassen, ohne Buchstabenhäufungen, die im Deutschen schwer auszusprechen sind
- Erkennbarkeit – im besten Fall erkennt man beide Ausgangswörter noch teilweise wieder
- Kürze – die kürzesten, prägnantesten Kombinationen bleiben meist am besten im Gedächtnis
Manuell lässt sich das durch Ausprobieren verschiedener Silbentrennungen erreichen, ein Online-Generator übernimmt diesen Abgleich jedoch automatisch und zeigt euch direkt mehrere Varianten zum Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Kofferwort dasselbe wie ein Akronym?
Nein. Ein Akronym wie „Laser” oder „Radar” entsteht aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter. Ein Kofferwort dagegen verschmilzt größere lautliche Teile zweier Wörter, nicht nur einzelne Buchstaben.
Gibt es Kofferwörter auch im Deutschen selbst, ohne englischen Einfluss?
Ja, wenn auch seltener. „Besserwessi” (Besserwisser + Wessi) oder „Teuro” (teuer + Euro) sind rein deutsche Beispiele, die im Zusammenhang mit gesellschaftlichen oder politischen Ereignissen entstanden sind.
Kann ich mit einem Kofferwort auch einen Markennamen erschaffen?
Ja, viele bekannte Markennamen sind Kofferwörter. Wenn ihr selbst einen originellen Namen für eine Marke oder ein Projekt sucht, könnt ihr im Namen-Kombinierer auch Stichwörter statt Vornamen eingeben und die Ergebnisse als Ausgangspunkt nutzen.
Woher weiß ich, ob mein selbst erstelltes Kofferwort schon existiert?
Eine kurze Suche in einer Suchmaschine zeigt euch meist schnell, ob der Name bereits verwendet wird, sei es als Spitzname, Marke oder Social-Media-Handle. Bei geplanter kommerzieller Nutzung als Marke lohnt sich zusätzlich eine Prüfung beim Deutschen Patent- und Markenamt.